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Institut für bildende Kunst
Bildende Kunst; Studienzweig Bildende Kunst
Betreuung: Zobernig, Heimo
Wosama, 2014
Abschlussjahr: 2014
Das Projekt „Wosama“ beschäftigt sich mit der ständigen Bewegung und der damit verbundenen Suche nach Raum, sowie unserem Bedürfnis eigenes Territorium zu definieren, sei es auf nationaler, sozialer oder privater Ebene.

Als Bildhauer erforsche ich den (privaten oder öffentlichen) Raum, den Kunstobjekte brauchen. In ihrer Dreidimensionalität müssen Skulpturen von allen Seiten betrachtet werden können. Der ständige Wechsel von Ländern und Arbeitsplätzen beeinflusste dabei meine kreative Arbeit. Mit diesen raumbedingten Veränderungen setzt sich meine Arbeit auseinander. Sie besteht aus drei Stationen/Installationen zwischen welchen ich mich mitsamt meines Arbeitsplatzes bewege: Mobil auf Rädern bin ich unfähig zu bleiben – ein Nomade.

Der Projektname „Wosama“ ist eine Mixtur aus Wiener Dialekt und meinem eigenen Namen (Osama). Übersetzt heißt das „Wo sind wir?“. Hier versuche ich zu reflektieren wie man ein neues Territorium annehmen und trotzdem seine Identität behalten kann.

Als Arbeitsmaterial für die Skulpturen verwendete ich Styropor und Schaumstoff – Material, das normalerweise für die Isolation und die Füllung von Hohlräumen benutzt wird. Darauf klebte ich Papiere, die sich auf mein Studium beziehen (E-Mails, etc.).

Wosama
 (Wo sind wir?)
Ich baute ein Objekt, das den automatischen Reflex widerspiegelt, den mein Name auszulösen pflegt. Auf einem Nähtisch steht ein Computer. Sobald man das Pedal betätigt, wird der Computer aufgeladen und das Display zeigt, wie mein Name oft von Google Translation behandelt wird: Google übersetzt meinen Namen Osama aus dem Arabischen ins Englische mit Bin Laden. 
Ich verblieb mit meinen Geräten ohne Raum, und so entschied ich mich, aus meinen Geräten einen Arbeitsplatz zu bauen. Dieser Nähtisch symbolisiert meinen Arbeitstisch auf Rädern, um ihn von Raum zu Raum zu bewegen. Es ist der Versuch einen sich selbst aufladenden Arbeitsplatz zu kreieren.

Sosama (So sind wir.)

Ich – wie ich durch ein Schlüsselloch schaue, aber die Tür ist aus Glas.
 So sind wir. Man kann sich aussuchen wie man die Realität wahrnehmen will, ein weiter Blick, daher die Glastür, oder ein beschränkter Blick durch das Schlüsselloch.
 Doch selbst wenn es die freie Wahl gibt Dinge aus weiterer Perspektive zu sehen, bevorzugen wir den engen Blick, den wir gewöhnt sind und mit dem wir uns sicher fühlen.

Dosama (Hier sind wir.)

Ich – sitzend und Buchstaben scheißend.
 Hier sind wir. In einer Position stecken geblieben, die keine Entfaltung gestattet. Die Position der Skulptur ist angenehm, um etwas raus zu lassen, aber nicht um etwas aufzunehmen.
Dank an Heim Zobernig, Simone Bader, Roland Kollnitz, Richard Herbert, Thomas Kersten, Johannes Hoffmann, Matthias Hammer, Friedemann Berschmidt, Karin Schneider und Richard Reisenberger.